Geschichte einer Tierrettung
"Akte"
Ein ungewöhnlicher Name für ein
ungewöhnliches Pferd
Es
war Samstag, der 8. Mai, kurz vor 8 Uhr, als ein Pferd namens Akte in
einem Viehtransporter zu uns nach Streiflach gebracht wurde. Sehr viel
haben wir über diesen Wallach noch nicht gewusst, nur dass er ca. 6
Jahre alt ist und seine Brötchen mit Kutschfahrten in Österreich verdienen
musste. Als das Pferd aber eine leichte, arbeitsbedingte Sehnenentzündung
erlitt und nicht mehr so einsatzfähig war, sollte es gnadenlos den Weg
nach Italien antreten. Natürlich nicht um dort Urlaub zu machen, wie
Akte es sicher verdient hätte, nein, es sollte mit einem Schlachttransporter
dorthin gebracht werden. Dies
kann es aber doch nicht gewesen sein: ein Pferd in den besten Jahren,
das Leben noch vor sich und dann zur "Salami" degradiert.
Beherzte Tierfreunde sahen das
Pferd auf dem Rossmarkt in München und setzten alles daran, es freizukaufen,
was letztendlich mit einigen Hindernissen gelang. Der Metzger verhandelte
gerade mit dem italienischen Schlachter, und nur ungern wollte dieser
den schon beschlossenen Verkauf rückgängig machen. Viele Menschen haben
geholfen, den gesunden Wallach zu retten. Darunter auch in vorletzter
Instanz der Arbeitskreis Tierrecht amp; Ethik. Dieser Verein trat dann
an unseren Vorsitzenden Dr. Andreas Grasmüller heran, mit der Bitte,
doch Akte bei uns auf dem Gnadenhof aufzunehmen. Für Futter werde durch
eine Spende gesorgt. Dies bedeutete dann für Akte ein neues Leben in
Freiheit, Vollpension und Ruhestand.
Akte,
auf dem Gnadenhof angekommen, schaute zuerst seht skeptisch aus dem
Transporter und wollte ihn gar nicht verlassen. Er hatte Angst vor einer
ungewissen Zukunft. Nur durch Zureden unseres Pferdepflegers und Bestechung
mit Leckerlis, die er gerne annahm, gelang es, ihn zum Aussteigen zu
überreden. Nach einem Rundgang im Hof bekam er eine Einzelbox im Pferdestall
zur Beobachtung. Nach ein paar Tagen konnte Akte schon übermütig vor
Freude durch das saftige Gras springen, und die anderen vierbeinigen
Nachbarn schauten interessiert zu.
Nur
mit dem Namen konnte sich unser Vorsitzender nicht anfreunden, denn
keiner von uns wusste, warum das Pferd
Text
aus: "Brennpunkte", Heft 36 der Gewerkschaft für Tiere e.V.
"Akte"hieß.
Ein sehr ungewöhnlicher Name, noch dazu für einen Wallach. Dr. Grasmüller
meinte, es müsse unbedingt umgetauft werden, denn jedes Mal, wenn
er es besuche, dann müsse er ständig an seinen mit Akten überladenen
Schreibtisch im Büro denken, so dass die Freude an dem Pferd etwas
getrübt sei.
Inzwischen
sind wir aber dahinter gekommen, warum das Pferd so einen seltsamen
Namen besitzt. Es handelt sich hierbei um die Anfangsbuchstaben des
Vereins Arbeitskreis Tierrecht und Ethik, der ihm letztendlich auch
das Leben gerettet hatte. Das
macht natürlich einen Sinn, und so wollen wir den Namen gar nicht
mehr ändern, egal, ob es sich nun um eine Stute, Wallach oder Akten
handelt – der Name hat eine Geschichte.
Akte zieht in sein neues Heim ein
Tiervermittlung durch A.K.T.E.
Neben
unserer Schwerpunktarbeit, der Tier-Ethik, befassen wir uns im Rahmen
unserer Möglichkeiten selbstverständlich auch mit praktischem Tierschutz
und hierbei vor allem mit der Vermittlung von gequälten oder ausgesetzten
"Heimtieren", "Nutztieren" und mit der Beratung bezüglich einer "artgerechten
Heimtierhaltung".
Falls
Sie für ein ausgesetztes Tier ein neues Zuhause suchen, sind wir gerne
bereit, Ihnen dabei behilflich zu sein. Sie können jederzeit auf dieser
Seite eine Anzeige zwecks Tiervermittlung "schalten". Für diesen Fall
mailen Sie uns bitte einen kurzen, aber ausführlichen Text. Falls vorhanden,
stellen wir auch gerne ein Foto des "Vermittlungskandidaten" online.
Akte / Redaktion / Stefan
Bernhard Eck / 14.09.03